(Weitere) Gedanken zur Trinität Gottes

Die Trinität Gottes leite ich mir, wie bereits erwähnt und ganz im Sinne der sozialen Trinitätslehre so her, dass Gott einerseits vollkommen und andererseits Liebe ist, also so gesehen vollkommene Liebe. Da nun Gott nicht von seiner Schöpfung abhängig ist, muss man ihn auch für sich genommen, ohne Schöpfung, denken können. Ist er aber seinem Wesen nach vollkommene Liebe, dann ist er auch für sich genommen, ohne Schöpfung, vollkommene Liebe. So gesehen kann er ein Einzelner deswegen nicht sein, weil eine nur auf sich selbst konzentrierte Liebe weit von dem Idealbild einer vollkommenen, sich selbst verschenkenden Liebe entfernt ist. Würde er aber aus diesem Grund nicht eine, sondern zwei Personen in sich vereinen, dann wäre seine Liebe zwar immerhin nicht mehr nach innen gekehrt, sondern auf ein Gegenüber gerichtet, jedoch entspräche dies auch nicht dem Idealbild vollkommener Liebe, da zwei, die sich gegenüber stehen, erst eins werden, indem sie sich gemeinsam auf etwas Drittes ausrichten. In einem ewigen Wechselspiel der Liebe würden sich also demnach Gott Vater und Gott Geist um Gott Sohn drehen, Gott Sohn und Gott Geist um Gott Vater und Gott Vater und Gott Sohn um Gott Geist.

So weit, so gut, das Problem ist natürlich jetzt, dass eine Vorstellung, die Gott in drei Personen unterteilt, in großer Gefahr steht, die Einheit Gottes auf eine nicht mehr mit dem Monotheismus vereinbare Weise zu unterlaufen.

Nun sollte man mit allzu menschlichen Bildern immer vorsichtig sein, wenn man von Gott spricht, aber um trotzdem an der Trinitätslehre festzuhalten, würde ich einen Vergleich zum menschlichen Bewusstsein ziehen wollen, das ja nicht einfach da ist, sondern auf einer einzigartigen neuronalen Struktur sattelt. Demgemäß kann ich mir vorstellen, dass auch Gott zwar keine neuronale, aber eine wie auch immer geartete einzigartige Wesensstruktur besitzt, aus der allerdings nicht nur eine, sondern drei Bewusstseinsformen hervorgehen. Ähnlich vielleicht einer Software, die auf Notebook, Tablet und Handy zum Einsatz kommt, wobei sie durch die unterschiedlichen Geräte hindurch dazu imstande ist, mit sich selbst zu kommunizieren.

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Was können wir wissen? Kant und die Dreieinigkeit Gottes

Die erkenntnistheoretische Antwort auf Kants Transzendentalphilosophie ist m.E. die Dreieinigkeit Gottes. Denn natürlich ist es wahr, dass wir Gott nicht denken können, weil unser Denken an Zeit und Raum gebunden ist. Und natürlich nehmen wir die Welt nicht so wahr wie sie ist, sondern nur so, wie sie uns vorkommt. D.h. wir können uns kein objektives Bild von der Welt machen, da alles, was sich in der Welt befindet, erst einmal unsere Sinne durchlaufen muss und  anschließend mithilfe unseres Denkvermögens subjektiv interpretiert wird. Farben zum Beispiel. Farben kommen in der Welt nicht vor, sondern wir sind es, die den Sinneseindruck interpretieren und als Farbe in die Welt hineinlesen. Wem nun mehr Wirklichkeit innewohnt, der farblosen Welt oder unserer gefärbten Wahrnehmung, ist schwer zu sagen; zumindest für uns selbst ist die subjektive Wirklichkeit wirklicher als die Wirklichkeit da draußen, was ja auch schon deshalb so sein muss, weil sie mehr in uns bewirkt, z.B. das Gefühl der Erhabenheit, wenn wir einen roten Sonnenuntergang sehen.

Das Problem aber, dass wir Gott nicht erkennen können, weil unser Denken an Raum und Zeit gebunden ist, das ist im christlichen Glauben insofern gelöst, als dass Gott in Raum und Zeit – in der Person Jesus Christus – Wirklichkeit geworden ist. Was wir demnach von Gott wissen können, ist das, was am Menschen Jesus sichtbar wird.

Und das Problem, dass uns die objektive Welt verschlossen ist, weil wir sie nur subjektiv oder höchstens intersubjektiv (durch Austausch mit anderen Menschen) erfahren, ist im christlichen Glauben insofern gelöst, als dass Gott durch den Heiligen Geist in uns wohnt und wir somit einen unmittelbaren Zugang zu Gott haben. D.h. Gott umgeht unsere natürlichen Sinne und klingt sich auf übernatürliche Weise direkt in unser Denken ein, weiß Gott, wie er das macht. Und das ist keine Floskel, denn tatsächlich weiß nur Gott, wie er das macht. D.h. weil wir nach wir vor in Raum und Zeit verhaftet sind, hört unsere Wahrnehmung an der Schwelle zum Raum- und Zeitlosen auf und wir können zwar feststellen, dass Gott in der Welt und in uns wirkt, aber wir können uns das nicht erklären; wir können höchstens in der Evidenz seines Wirkens einen Hinweis darauf entdecken, dass seine Wirklichkeit in unserer Wirklichkeit wirkmächtig und daher wirklich ist.

Wohnt Gott aber in uns, dann stellt sich das Problem, dass wir nicht zwischen uns und ihm – zwischen dem, was wir selbst denken und dem, was er in unser Denken hineinlegt – trennscharf unterscheiden können. Dies allerdings birgt zwei große Gefahren. Erstens, Gott in der Form misszuverstehen, dass man sein Reden mit dem eigenen inneren Monolog verwechselt. Und zweitens, Gott in der Form zu missbrauchen, dass man so tut, als hätte er geredet, um damit dem eigenen Reden Gewicht zu verleihen. Beide Gefahren umgeht man m.E., indem man Gott trinitarisch denkt, bzw. das Reden des Heiligen Geistes an das Reden vom Sohn koppelt. Der Heilige Geist redet also nicht kraft seiner selbst und über sich, sondern kraft des Vaters und über den Sohn. Führt er uns, wie Jesus das formuliert, in alle Wahrheit, dann ist es seine Aufgabe, das Reden und Handeln Jesu von falschen und subjektiven Interpretationsweisen zu bereinigen und uns gleichzeitig zu helfen, die göttlich-objektiven Wahrheiten auf unsere subjektive Erfahrungswelt herunterzubrechen.

Das Problem mit der Dreieinigkeit Gottes

Da s „Problem“ ist meiner Meinung nach nur eines, wenn man Gott allzu menschlich denkt; Gott also als Person denkt, so wie der Mensch Person ist. Denn dann, wenn Gott nicht Gott ist, sondern die bessere (allgütige, allmächtige, allwissende) Version eines Menschen, kommt man schnell dahin, dass Gott nicht eins ist, sondern sich aus drei (menschähnlichen) Wesen zusammensetzt. Und somit läge tatsächlich der von muslimischer Seite häufig geäußerte Verdacht nahe, dass Christen gar keine Monotheisten sind, sondern verkappte Polytheisten. Das Problem mit der Dreieinigkeit Gottes weiterlesen

Über die Dreieinigkeit Gottes

Manche sagen ja, die Bibel wäre sehr undeutlich, was die Dreieinigkeit Gottes angeht. Ich sehe das anders. Ich finde sie dafür, dass diese Wahrheit seinerzeit gerade erst geboren wurde und die Menschen erst einmal begreifen mussten, was es damit auf sich hat, schon sehr genau. Zumal es auch immer schwierig ist, dass eigentlich Unfassbare in Worte zu fassen. Oder hatte Kepler bereits eine umfassende Theorie über das Weltall? Oder Planck eine über die Quanten? Und so sollte es auch nicht verwundern, wenn am Anfang einer noch viel schwierigeren, weil transzendenten Angelegenheit keine vollständige Systematik steht. Später hat sich ja dann so einiges an Hintergrund dazu entwickelt, einen interessanten Aspekt finde ich diesen: Über die Dreieinigkeit Gottes weiterlesen

Sünde gegen den Heiligen Geist: Was heißt das?

Vorab betone ich vielleicht nochmal, dass ich bei allem, was ich schreibe, nie den Anspruch auf Vollständigkeit habe, sondern immer nur Gedankenimpulse geben möchte.

Sofern das klar ist, nun aber los, ich frage, was kann mit diesem Vers gemeint sein?

„Darum sage ich euch: Jede Sünde, ja sogar jede Gotteslästerung kann den Menschen vergeben werden; wenn aber jemand den Heiligen Geist lästert, wird ihm nicht vergeben werden. Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, kann vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der kommenden.“

Ich sehe das so: Wenn Sünde eigentlich Zielverfehlung bedeutet und es unser Ziel ist, Gott zu erkennen, dann geht das natürlich nur, wenn wir zuerst von Gott erkannt werden. Denn wenn der Schöpfer das Geschöpf nicht erkennt, wie sollte jemals das Geschöpf den Schöpfer erkennen?

Wenn ich von „Erkennen“ rede, dann meine ich das übrigens nicht nur erkenntnistheoretisch, sondern im Sinne einer tiefen Vereinigung, die den Menschen in seinem innersten Kern berührt und daher noch weit über den Wortsinn von „Adam erkennt Eva und sie bekommt ein Kind“ hinausgeht.

Aber das nur am Rande, worum es mir geht: Da Erkennen immer Begegnung voraussetzt, muss es Gott irgendwie schaffen, uns zu begegnen, denn nur, wenn er uns begegnet, können auch wir ihm begegnen. Das ist aber ein gar nicht so einfaches Unterfangen, denn Gott steht vor der schwierigen Frage, wie es überhaupt möglich sein soll, dass das Ewige und das Endliche aufeinandertreffen. Die Antwort lautet natürlich ganz christologisch: Nur, indem das Ewige endlich wird und sich Gott damit auf eine Stufe mit den Menschen begibt.

Aus diesem Blickwinkel kann man das Alte Testament in der Weise zusammenfassen, dass es darum geht, dass Jahwe-Gott Strukturen schafft, innerhalb derer Gott Mensch werden kann.
Was aber den menschgewordenen Gott, also Jesus, von anderen Menschen unterscheidet, ist unter anderem, dass er den anderen nicht nur „vorn Kopp“ guckt, sondern tief in ihre Seele hineinblicken kann, so dass es von seiner Seite aus möglich ist, den Menschen zu erkennen, so wie er im Grunde seines Herzens wirklich ist. Das Problem ist nur, dass der Mensch Jesus weiterhin nur „vorn Kopp“ guckt, bzw. nur sukzessiv und rudimentär versteht, wer Jesus eigentlich ist.

Damit er auch in der Tiefe versteht, wer Jesus ist, muss noch etwas passieren. Gott muss nicht nur Mensch werden, sondern muss als Geist in den Menschen hineinkommen, um so seinen Blick zu schärfen, damit er anfängt, die Welt so zu sehen, wie Gott sie sieht und damit auch Jesus so zu sehen, wie Gott ihn sieht.

Aus diesem Blickwinkel kann man wiederum das Neue Testament so zusammenfassen, dass es darum geht, dass Jesus Strukturen schafft, innerhalb derer es dem Geist Gottes möglich ist, in uns einzudringen.

Der Geist Gottes wohnt nun aber nicht einfach so in uns, sondern er hat einen klaren Auftrag, uns zu zeigen, wer Jesus ist. Und auch Jesus hat nicht einfach so unter uns gewohnt, sondern er hatte einen klaren Auftrag, uns zu zeigen, wer Gott Vater ist. Wenn wir aber jetzt „gegen den heiligen Geist sündigen“, dann wenden wir uns – der Bedeutung von Sünde nach – von dem Heiligen Geist ab. Wenden wir uns aber von dem Heiligen Geist ab, dann hat er keine Chance mehr, uns zu zeigen, wer Jesus ist. Sehen wir aber auf einmal Jesus nicht mehr, dann hat wiederum dieser keine Chance, uns zu zeigen, wer Gott Vater ist. Sehen wir aber Gott Vater nicht mehr, dann können wir ihm auch nicht begegnen. Wenn wir ihm aber nicht begegnen können, dann hat Gott Vater logischerweise keine Chance, uns zu vergeben.

Auf der anderen Seite gilt, wenn wir Gott Vater oder Gott Sohn verlästern, bzw. gegen Gott Vater oder Gott Sohn sündigen, dann ist da immer noch der heilige Geist in uns, der uns korrigiert und die Möglichkeit hat, unseren vernebelten Blick wieder klar zu machen.

Der Heilige Geist in mir

Wenn ein Mensch im Koma liegt oder sogar hirntot ist, dann hat dieser Mensch – obwohl er ohne Bewusstsein ist – immer noch einen Geist. Dies wage ich zu behaupten, da ich nicht daran glaube, dass Geist und Gehirn zwei Seiten derselben Medaille sind, bzw. Geist ein „Abfallprodukt“ des Gehirns ist, sondern ich eher mit Hans-Dieter Mutschler übereinstimme, dass der menschliche Geist eine nicht materielle Substanz ist, die „bei gewissen Komplexitätsmargen lediglich in Erscheinung tritt“ (siehe Mutschler: Ist der Mensch eine neurokybernetisch programmierte Maschine?). Dies bedeutet im Fall des Komapatienten, dass er zwar einen voll ausgebildeten Geist besitzt, dieser aber keine Chance hat, sich durch das auf „Standby“ befindliche Gehirn auszudrücken. Gleichsam hat z.B. auch ein Säugling einen vollständigen Geist, wobei auch dieser aufgrund noch nicht entwickelter Gehirnstrukturen kaum zur Geltung kommt.

Wie mit dem menschlichen Geist, so ist das jetzt möglicherweise auch mit dem Heiligen Geist. D.h. wenngleich Gott auch verspricht, dass er jedem, der sich zu ihm bekehrt, den Heiligen Geist verleiht, so heißt das noch lange nicht, dass der Heilige Geist tatsächlich anwesend ist. Vielmehr scheint es auch hier so zu sein, dass gewisse (geistliche) Strukturen notwendig sind, innerhalb derer der Heilige Geist in Erscheinung tritt. Wenn demnach ein Mensch geistlich unterentwickelt ist, dann ist es kein Wunder, dass auch die Präsenz des Heiligen Geistes nur sehr schwach ausfällt.

Muss man den Heiligen Geist beschützen?

Etwas Schlechtes zu tun ist nichts Gutes. Warum nicht? Weil man mit jedem schlechten Gedanken, jedem schlechten Wort und jeder schlechten Tat sowohl sich selbst als auch anderen schadet. Soweit, so banal. Doch möglicherweise gibt es daneben noch einen weiteren Grund, den man nur selten auf dem Schirm hat. Denn wenn der Heilige Geist wirklich in uns wohnt (zu Christen gesprochen), dann ist es mit ihm möglicherweise so wie mit dem Fünften Element aus dem gleichnamigen Film. LeeLoo heißt sie und ist dem Heiligen Geist in der Beziehung ähnlich, dass sie von dem Bösen nichts weiß und auch noch nie in ihrem Leben irgendetwas Böses gesehen hat. Weil sie deswegen so unglaublich rein, schön und liebenswert ist, macht es sich Bruce Willis zur Aufgabe, sie zu beschützen. Muss man den Heiligen Geist beschützen? weiterlesen