(Weitere) Gedanken zur Trinität Gottes

Die Trinität Gottes leite ich mir, wie bereits erwähnt und ganz im Sinne der sozialen Trinitätslehre so her, dass Gott einerseits vollkommen und andererseits Liebe ist, also so gesehen vollkommene Liebe. Da nun Gott nicht von seiner Schöpfung abhängig ist, muss man ihn auch für sich genommen, ohne Schöpfung, denken können. Ist er aber seinem Wesen nach vollkommene Liebe, dann ist er auch für sich genommen, ohne Schöpfung, vollkommene Liebe. So gesehen kann er ein Einzelner deswegen nicht sein, weil eine nur auf sich selbst konzentrierte Liebe weit von dem Idealbild einer vollkommenen, sich selbst verschenkenden Liebe entfernt ist. Würde er aber aus diesem Grund nicht eine, sondern zwei Personen in sich vereinen, dann wäre seine Liebe zwar immerhin nicht mehr nach innen gekehrt, sondern auf ein Gegenüber gerichtet, jedoch entspräche dies auch nicht dem Idealbild vollkommener Liebe, da zwei, die sich gegenüber stehen, erst eins werden, indem sie sich gemeinsam auf etwas Drittes ausrichten. In einem ewigen Wechselspiel der Liebe würden sich also demnach Gott Vater und Gott Geist um Gott Sohn drehen, Gott Sohn und Gott Geist um Gott Vater und Gott Vater und Gott Sohn um Gott Geist.

So weit, so gut, das Problem ist natürlich jetzt, dass eine Vorstellung, die Gott in drei Personen unterteilt, in großer Gefahr steht, die Einheit Gottes auf eine nicht mehr mit dem Monotheismus vereinbare Weise zu unterlaufen.

Nun sollte man mit allzu menschlichen Bildern immer vorsichtig sein, wenn man von Gott spricht, aber um trotzdem an der Trinitätslehre festzuhalten, würde ich einen Vergleich zum menschlichen Bewusstsein ziehen wollen, das ja nicht einfach da ist, sondern auf einer einzigartigen neuronalen Struktur sattelt. Demgemäß kann ich mir vorstellen, dass auch Gott zwar keine neuronale, aber eine wie auch immer geartete einzigartige Wesensstruktur besitzt, aus der allerdings nicht nur eine, sondern drei Bewusstseinsformen hervorgehen. Ähnlich vielleicht einer Software, die auf Notebook, Tablet und Handy zum Einsatz kommt, wobei sie durch die unterschiedlichen Geräte hindurch dazu imstande ist, mit sich selbst zu kommunizieren.

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